Reinhausen baut mit Siemens Stromtechnik für KI-Rechenzentren. Dorfner in Hirschau holt ein Drittel weniger Rohstoff aus dem Berg. Was in Ostbayern mit KI wirklich läuft, alle zwei Wochen.
Alle zwei Wochen schauen wir, was in Regensburg, Niederbayern und der Oberpfalz mit KI und Automatisierung wirklich passiert. Nicht was angekündigt wird, sondern was läuft.
- Reinhausen baut mit Siemens die Stromtechnik für KI-Rechenzentren
- Dorfner in Hirschau holt ein Drittel weniger Rohstoff aus dem Berg
- Webasto und BMW bauen die Batterie-Achse der Region aus
- risecon, trinnovative und sechs Gründerteams aus der TechBase
- Was die Betriebe selbst über Löhne sagen, nach Branchen aufgeschlüsselt
- Acht Termine bis November, von der Ausstellung bis zur KI-Konferenz
Eines fällt auf: Die Geschichten kommen nicht mehr aus der Softwareecke. Sie kommen aus Gruben, Werkshallen und Umspannwerken.










Industrie: KI dort, wo man sie anfassen kann
Reinhausen liefert die Technik, ohne die kein KI-Rechenzentrum läuft
Die Maschinenfabrik Reinhausen ist ein Regensburger Familienunternehmen, gegründet 1868, rund 5.500 Beschäftigte, 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz, 57 Standorte in 27 Ländern. Die Firma baut Regeltechnik für Stromnetze. Nach eigenen Angaben regeln ihre Lösungen rund die Hälfte des weltweit verbrauchten Stroms.
Gemeinsam mit Siemens entwickelt Reinhausen jetzt einen Halbleitertransformator für KI-Rechenzentren und will ihn in Serie bringen. Der Grund ist ein handfestes Problem: KI-Rechenzentren erzeugen Lastsprünge innerhalb weniger Sekunden. Die stören Server, Speicher und Kühlung, bis hin zum Ausfall. Ein Halbleitertransformator misst den Stromfluss in Echtzeit und steuert ihn aktiv, statt ihn nur in festen Bandbreiten zu übertragen.
„Das KI-Zeitalter erfordert ein neues Paradigma in der Energieversorgung", sagt Wilfried Breuer, Sprecher der Geschäftsführung. Partner ist der Siemens-Bereich Electrification, dessen CEO Stephan May die Bündelung der Stärken beider Häuser hervorhebt (Reinhausen, 14.08.2026).
Der Trend dahinter: Die Region verdient an KI nicht durch Modelle, sondern durch Infrastruktur. Wer Strom, Kühlung, Halbleiter oder Regeltechnik liefert, verkauft an jedes Rechenzentrum der Welt, egal welches Modell darin läuft. Das ist ein stabileres Geschäft als jede Software-Wette.
Gebrüder Dorfner: KI spart ein Drittel Rohstoff
Die Gebrüder Dorfner bauen in Hirschau bei Amberg weißes Kaolin ab, den Rohstoff für Porzellan, Kosmetik, Papier und deckende Farbe. Der Tagebau reicht 70 Meter tief und erstreckt sich über 47 Hektar. 300 Menschen arbeiten dort, 2025 lag der Umsatz bei rund 100 Millionen Euro.
Seit 2020 nutzt die Firma KI, und der Effekt sitzt nicht in der Verwaltung, sondern im Berg. Früher holte Dorfner rund eine Million Tonnen Roherde im Jahr aus der Grube, heute etwa ein Drittel davon. Firmenchef Mirko Mondan: „Wir sind zugleich im Ergebnis und im Umsatz gewachsen."
Der Hebel lag in den Daten. Jahrzehnte an Rezepturdaten lagen in Excel-Tabellen, mit „viel zu vielen Informationen", so Mondan, „die aber natürlich für eine KI brutal wichtig sind". Heute testet die Firma weniger Mischungen im Labor. Was früher Monate dauerte, bekommen Kunden in wenigen Tagen. Für dasselbe Farbergebnis braucht Dorfner ein Drittel weniger Kaolin, was die Laufzeit der Lagerstätte um Jahrzehnte verlängert. Ausführlich beschrieben hat das das Handelsblatt am 14.08.2026 (Bezahlartikel).
Der Trend dahinter: KI wandert vom Büro in den Betrieb. Sie spart hier nicht Personal, sondern Rohstoff, und sie befördert Leute: Ein früherer Techniker leitet heute die Anwendungstechnik, ein gelernter Malermeister baut die Modelle mit. Für die Arbeitgeberkommunikation im Mittelstand ist das die stärkere Geschichte als jedes Effizienzversprechen.
Webasto Schierling: KI prüft jede Batterie
Webasto fertigt seit Anfang August im Werk Schierling das Batteriesystem für den neuen viertürigen Mercedes-AMG GT, Module und Packs. Die Batterie wird direkt mit Öl gekühlt, das um jede einzelne Zelle zirkuliert. Am Standort arbeiten nach Angaben eines Firmensprechers rund 400 Menschen (idowa, 03.08.2026).
Genau diese Bauweise stellt hohe Anforderungen an die Fertigung. Im Werk laufen Laserschweißverfahren und KI-gestützte Prüfsysteme, die Qualität und Prozessstabilität über die gesamte Produktion absichern. „Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Kunde und Lieferant von Beginn an eng zusammenarbeiten", sagt Technikvorstand Marcel Bartling (Webasto, 03.08.2026).
BMW Irlbach-Straßkirchen: Serienstart am 1. Oktober
Rund 50 Kilometer östlich startet am 1. Oktober das zweite Batteriewerk der Region. BMW montiert in Irlbach-Straßkirchen im Kreis Straubing-Bogen Hochvoltbatterien der sechsten Generation, bis zu 600.000 Speicher im Jahr. Nach der ersten Ausbaustufe sollen dort etwa 1.600 Menschen arbeiten. Gebaut wird seit April 2024, für BMW ist es das größte Bauprojekt in Deutschland seit 20 Jahren. Das Werk beliefert die Fahrzeugwerke in München, Regensburg und Dingolfing (BMW Group Werke; Termin laut Presseeinladung, berichtet von idowa am 06.08.2026).
Damit verschiebt sich das Standortbild. Neben Halbleitern und Maschinenbau wächst eine Batterie-Achse von Straubing bis Schierling. Wer hier Arbeitgebermarke betreut, bekommt neue Wettbewerber um dieselben Fachkräfte. Wer Zulieferer betreut, neue Kunden.
Die großen Arbeitgeber zeigen ihre Werkzeuge
Vor dem Tag der KI am 25. September veröffentlicht das Regensburger Netzwerk AIR Interviews mit seinen Partnerfirmen. Das Ergebnis ist eine seltene Sammlung: Firmen der Region sagen, was sie konkret einsetzen.
Infineon: Chat4IFX, Bildanalyse und ein Assistent für die Instandhaltung
Andrea Stich leitet bei Infineon die Frontend Academy. Sie nennt drei Anwendungen: den internen Assistenten Chat4IFX, den das Unternehmen kurz nach dem Start von ChatGPT einführte, KI-gestützte Bildanalyse in der Produktion und TALK, ein Assistenzsystem für die Instandhaltung. Strategisch fasst Infineon das unter „Powering AI": Leistungshalbleiter, die Rechenzentren mit Strom versorgen (AIR, 13.08.2026).
Krones.digital: eine Anlage, die sich selbst nachregelt
Krones.digital ist die Digitalisierungseinheit des Neutraublinger Maschinenbauers, mehr als 700 Beschäftigte. Dr. Johannes Scholz nennt zwei Systeme, die im Betrieb laufen. Contiloop AI überwacht den Zustand der Anlage und passt Prozessparameter selbst nach, damit die Produktqualität konstant bleibt. Linatronic AI prüft leere Behälter per Deep Learning und Bilderkennung auf Materialschäden und Verschmutzung. Dazu kommt KI in der Produktionsfeinplanung, die feste Liefertermine, Prioritäten und Kampagnen gegeneinander abwägt (AIR, 11.08.2026).
Automatische Sichtprüfung bauen viele. Bemerkenswert ist hier, dass beides in Serienmaschinen steckt, die weltweit in Abfüllanlagen laufen. Was Krones in Neutraubling einbaut, prüft später Flaschen in Kolumbien.
Aumovio: KI in der Fertigung und in den Produkten
Aumovio führt seit dem Spin-off im September 2025 das frühere Automotive-Geschäft von Continental weiter. Am Standort Regensburg arbeiten rund 3.800 Menschen an Automobilelektronik, von Hochleistungsrechnern bis zu Steuergeräten. Werkleiterin Alexandra Bornemann nennt ein konkretes Produkt: die Fahrzeugzugangslösung CoSmA, die in Regensburg gefertigt wird und Smartphone oder Smartwatch zum Autoschlüssel macht. KI gleicht dabei die Unterschiede zwischen unzähligen Geräten und Sensoren aus. In der Fertigung erkennt sie Qualitätsabweichungen früh (AIR, 06.08.2026).
Der Auftritt hat einen zweiten Boden: Derselbe Standort steht seit Anfang des Jahres in den Schlagzeilen, weil im Konzern bis zu 4.000 Entwicklungsstellen wegfallen sollen, darunter bis zu 100 in Regensburg. Wer als Arbeitgeber KI-Kompetenz zeigt, während er Entwicklung abbaut, muss beides erklären können.
Interessant ist hier weniger das Was als das Wie. Diese Firmen reden über KI mit Produktnamen und Einsatzort, nicht mit Absichtserklärungen. Das setzt einen Maßstab für alle, die in der Region um dieselben Leute werben.
Der Regensburger Mittelstand redet mit
risecon und trinnovative: zwei Beratungen als Gold-Partner
Die risecon GmbH ist eine IT-Strategie- und Interimsberatung mit Sitz in Regensburg. Geschäftsführer Dr. Tjorben Bogon ist promovierter KI-Forscher. Sein Punkt: KI wirkt nur, wenn sie mit Strategie, Organisation und Menschen zusammen gedacht wird (AIR, 29.07.2026).
Die trinnovative GmbH ist ein branchenübergreifender IT-Dienstleister, geführt von Dr. Sebastian Erdenreich. Das Unternehmen entwickelt keine Standardprodukte, sondern individuelle Lösungen. Genannte Projekte: intelligente Angebotsvergleiche im Einkauf für Maschinenbau und Finanzdienstleister, KI-Agenten zur Prozessautomatisierung, vorausschauende Wartung. Intern nutzt die Firma KI beim Programmieren, auch um alte Systeme zu analysieren und umzubauen (AIR, 05.08.2026).
Das ist der eigentliche Beleg für eine funktionierende Szene: Nicht nur Konzerne zeigen sich, sondern Beratungen mit zwei Dutzend Leuten, die dieselbe Bühne bekommen.
Tiger der TechBase: sechs Teams, drei Minuten, 170 Zuschauer
Bei der Pitch Night am 22. Juli in der OTH Regensburg traten sechs Gründerteams an. Gewonnen haben Jacqueline Hey und Christian Seebauer von der GSS Audio GmbH mit einer patentierten Basstechnologie. In der Jury saßen Florian Heitzer (Stadtwerk Regensburg), Prof. Dr. Carina Braun (OTH), Dr. Georg Schwab (AVL Software and Functions) und Markus Brunnbauer (Infineon).
Der Trend dahinter: Die Gründerszene der Region löst Alltagsprobleme, keine Zukunftsfragen. Zwei der Teams sind für Marketingleute besonders interessant. FieldFix Systems baut eine App für den Außendienst: Techniker erfassen vor Ort per Sprache, Text und Foto, eine KI macht daraus strukturierte Berichte. MyWeddingPlace ist eine digitale Hochzeitsplanung mit eigenem sozialen Netzwerk für das Event, „Weddygram". Dazu kamen Prinity (Automatisierung im 3D-Druck), Nox Neuro (Trainingsgerät für die Neurorehabilitation) und Daedalus Defence (TechBase, 23.07.2026).
Baufirma Max Bögl zieht in die TechBase
Max Bögl aus Sengenthal bei Neumarkt ist eines der größten Bauunternehmen Deutschlands: über 7.000 Beschäftigte, 40 Standorte, mehr als 3 Milliarden Euro Umsatz, gegründet 1929. Seit Jahresbeginn hat die Firma fünf Büros in der Regensburger TechBase bezogen.
Der Grund ist nicht Technik, sondern Personal. Bögl will die Nähe zu Universität und OTH nutzen, um Fachkräfte zu gewinnen (Charivari, 29.05.2026; Unternehmensdaten: TechBase-Netzwerk). Inhaltlich nennt die Firma den CO2-Ausstoß von Zement und Möglichkeiten mit künstlicher Intelligenz (idowa, 09.08.2026, nur Anriss lesbar).
Der Trend dahinter: Traditionsunternehmen mieten sich physisch in die Gründerinfrastruktur ein, statt eine eigene Innovationsabteilung aufzubauen. Der Weg ist billiger als ein eigenes Labor und bringt genau das, was in Sengenthal fehlt: Laufkundschaft aus zwei Hochschulen.
Ironbite Games: 68.000 Euro für einen Dodo aus Pielenhofen
Florian Gröger, 33, und Johannes Natterer kennen sich seit 2015 aus München. Seit April 2025 bauen sie „Eggspansion", ein Spiel um eine Dodo-Zivilisation auf dem Planeten Örde, spielbar auf rund 15 Planeten. Im Oktober 2025 gründeten sie in Pielenhofen, inzwischen sind sie zu viert, verteilt über Süddeutschland. Ende Juli kam der FilmFernsehFonds Bayern mit 68.000 Euro dazu, Digitalminister Fabian Mehring übergab die Förderempfehlung persönlich. Das Geld zahlt nach über einem Jahr unbezahlter Arbeit erstmals Gehälter. Gröger arbeitet trotzdem weiter in einem Hauptjob in Regensburg, ein zweites Spiel liegt als Prototyp online (Mittelbayerische, Bezahlartikel).
2Lock: drei Oberpfälzer, ein Fahrradschloss, der erste Umsatz
Drei Gründer, einer davon ehemaliger OTH-Student in Weiden, haben ein Hightech-Schloss für E-Bikes entwickelt. Es wird inzwischen ab Werk am Rad verbaut, also nicht als Zubehör verkauft, sondern beim Hersteller eingebaut. Nach Jahren ohne Gehalt und ohne Urlaub verdient das Start-up erstmals Geld damit (Onetz, 07.08.2026, Bezahlartikel).
Der Trend dahinter: Beide Geschichten haben denselben Kern, und er ist unbequemer als jede Fördermeldung. Zwischen erster Idee und erstem Euro liegen bei beiden mehrere Jahre ohne Einkommen. Wer in der Region über Gründergeist redet, sollte diese Strecke mitmeinen: Sie entscheidet, wer durchhält, und sie ist der Grund, warum Förderprogramme wie EXIST oder der FilmFernsehFonds hier so viel ausmachen.
Aus den Hochschulen
Forschungsteam RayBotic: 1,2 Millionen Euro für ein mobiles Prüfsystem
RayBotic ist ein Team der TH Deggendorf am Campus Plattling. Simon Wittl, Anton Weiss, Katja Gallitzendörfer und Severin Nußer bauen ein mobiles Computertomographie-System, das Material direkt vor Ort durchleuchtet, statt es ins Labor zu schicken. Dafür bekommen sie 1,2 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm EXIST-Forschungstransfer. „Eine so hohe Fördersumme wird bundesweit nur ganz selten bewilligt", sagt Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Dorner (TH Deggendorf, 29.07.2026).
Robotik-Professur für den Campus Cham
Dr. Florian Walter tritt zum 1. September eine Forschungsprofessur für Robotik an. Sein Feld heißt Physical AI, also das Zusammenspiel von Robotern und KI. Der 38-Jährige promovierte an der TU München und forschte in Stanford (TH Deggendorf, 27.07.2026).
Der Trend dahinter: Die Hochschulen der Region bauen dort auf, wo die Industrie hier steht. Robotik in Cham, Prüftechnik in Plattling, beides sitzt neben Maschinenbau und Automotive statt in einer Softwareblase. Für Firmen heißt das: Fachkräfte und Kooperationspartner wachsen vor der Haustür heran.
Was die Betriebe selbst über Löhne sagen
Das ifo-Institut hat in seiner Konjunkturumfrage im Juni über 3.000 Unternehmen befragt, die KI bereits nutzen. Etwa jedes zweite erwartet für Beschäftigte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung sinkende Löhne. Bei erfahreneren Kräften sind es rund 40 Prozent. Gleichzeitig rechnet ein Drittel bis die Hälfte mit stabilen Löhnen.
Quelle: ifo Konjunkturumfrage Juni 2026, über 3.000 befragte Unternehmen, die KI bereits nutzen.
Der Unterschied zwischen den Branchen trifft uns selbst. Unter den Dienstleistern erwarten 53,3 Prozent sinkende Löhne für Beschäftigte ohne Hochschulabschluss und mit kurzer Berufserfahrung, im Bau sind es 39 Prozent. Für Beschäftigte mit Abschluss und längerer Erfahrung sehen dagegen 26 Prozent der Betriebe steigende Löhne (ifo-Institut, 12.08.2026, frei zugänglich; die Süddeutsche Zeitung hat die Zahlen am selben Tag ausführlich eingeordnet).
Das trifft genau die Einstiegsjobs, über die junge Leute in Text, Grafik und Kampagnenarbeit hineinwachsen. Wir sehen darin kein Argument gegen Nachwuchs, sondern eines für bessere Einarbeitung. Wer Berufsanfängern von Tag eins an KI-Werkzeuge und die nötige Urteilskraft mitgibt, hebt genau den Wert, den die Betriebe hier abschreiben. Mehr dazu in unserem Beitrag Was die Stunde noch wert ist.
300 Megawatt vor der Stadt: Streit um ein KI-Rechenzentrum im Landkreis
Nordöstlich von Regensburg plant die spanische Firma Ignis ein KI-Rechenzentrum mit 300 Megawatt Anschlussleistung. Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften, der Bund Naturschutz protestiert. IHK, Regierung der Oberpfalz und Wasserwirtschaftsamt sagen, niemand habe sie kontaktiert (regensburg-digital, 04.08.2026).
Das ist die erste große Standortdebatte der KI-Wirtschaft vor unserer Haustür. Sie wird über Wasser, Fläche und Strom geführt, nicht über Algorithmen. Bemerkenswert ist die Gleichzeitigkeit: Ein Regensburger Unternehmen baut die Technik, die solche Rechenzentren am Netz hält, während vor den Toren der Stadt über eines gestritten wird.
AIR.CON am 14. Oktober: was auf der KI-Konferenz wirklich läuft
Die AIR.CON ist die Konferenz des Regensburger KI-Clusters AIR, in diesem Jahr zum zweiten Mal. Sie findet am 14. Oktober ganztägig in der TechBase statt, die Teilnahme ist kostenfrei, dazu läuft eine Fachausstellung. Wer wissen will, wer in der Region an KI arbeitet, bekommt das an einem Tag.
Der Vormittag beginnt um 11 Uhr mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger und TechBase-Geschäftsführer Alexander Rupprecht, dann folgt eine Videobotschaft von Staatssekretär Tobias Gotthardt. Um 11:30 Uhr diskutiert ein Podium „Vertrauenswürdige KI: zwischen Innovation, EU AI Act und digitaler Souveränität": Prof. Dr. Udo Kruschwitz (Universität Regensburg), Prof. Dr. Wolfgang Mauerer (OTH Regensburg), Nadine Stockinger (Digitale Regulatorik, BMW Group) und Christian Volkmer (Projekt 29).
Nachmittags laufen vier Foren parallel. Start-up, unter anderem mit Bastian Graßl und Quirin Schneider von Pendura zu Voice-AI im Mittelstand. Medtech zu KI im klinischen Alltag. KI in Schule und Universitäten, dort berichtet Jakob Müller von den Pindl Schulen über KI in der Grundschule. Industrie und Energie mit Maximilian Deichsel (Infineon) und Klaus Nagl (Consolinno Energy) (TechBase, Programm zur AIR.CON).
Der Trend dahinter: Die Konferenz mischt Verwaltung, Hochschule, Konzern und Grundschule an einem Tag. Das ist kein Fachkongress für Entwickler, sondern eine Bestandsaufnahme der Region. Wer hier Kunden oder Nachwuchs sucht, trifft an einem Nachmittag mehr Entscheider als auf drei Netzwerkabenden.
Termine in der Region
Veranstalter dieser Ausgabe:




17. bis 19. September, TH Deggendorf: Future Skills Alumni Conference. Englischsprachige Tagung zu „The Human Factor in the Age of AI", vier Themenstränge von hybriden Mensch-KI-Systemen bis Beschäftigungsfähigkeit. Teilnahme vor Ort oder online. Veranstalter: TH Deggendorf.
23. bis 26. September, Degginger Regensburg: KI-Vision von Regensburger Künstler:innen. Ausstellung im Pop-Up-Raum, Teil des Programms zum Tag der KI. Für alle, die KI einmal ohne Folienvortrag sehen wollen. Veranstalter: Degginger, mit Programm.
24. September, TechBase: Arbeitsgruppe Embedded KI. Fachrunde zur 3D-Vibrationsanalyse mit EdgeBrain, 9 bis 11:30 Uhr. Für Technikverantwortliche aus der Produktion. Veranstalter: AIR Cluster, mit Anmeldung.
25. September, elf Orte in Regensburg: Tag der KI. Mehr als 50 Organisationen, rund 80 Programmpunkte, kostenfrei, vom Prompting-Kurs bis zum KI-Pubquiz. Der Publikumstermin des Jahres. Veranstalter: AIR und TechBase, Programm und Orte.
30. September, TechTower Pilsen: Bayerisch-Tschechischer Innovationstag. Dritter grenzüberschreitender Start-up-Wettbewerb, Pitch vor internationalem Publikum, Kontakte nach Tschechien. Für Gründerinnen und Gründer, die über die Region hinaus wollen. Veranstalter: TechBase, mit Bewerbung.
14. Oktober, TechBase: AIR.CON. Die Konferenz aus dem Abschnitt oben, ganztägig und kostenfrei. Veranstalter: AIR Cluster, Programm und Anmeldung.
10. November, online: Pitch & Match. Matching-Termin zwischen Unternehmen und Start-ups, 13 bis 17 Uhr. Für Firmen, die gezielt nach Partnern suchen. Veranstalter: TechBase, mit Anmeldung.
26. bis 29. November, TechBase: Startup Factory. Ein Wochenende vom ersten Einfall zum Produktkonzept, mit Mentorinnen und Mentoren und 3.000 Euro Preisgeld. Auch ohne eigene Idee, man kann sich einem Team anschließen. Veranstalter: TechBase, mit Anmeldung.
Quellen: TechBase, AIR und Degginger, abgerufen im August 2026.
Was wir mitnehmen
Ostbayern redet nicht über KI, es baut damit. Das verändert, worüber Unternehmen hier sprechen können: über Rohstoff statt Rechenleistung, über Prüfsysteme statt Chatbots, über Bürgerdialog statt Produktversprechen. Reinhausen nennt ein Bauteil, Dorfner eine Tonnage, Webasto ein Kühlkonzept, Infineon einen Produktnamen, FieldFix eine Arbeitsminute weniger Dokumentation. Keine dieser Firmen hat ein Bekenntnis abgegeben. Alle haben ein Beispiel genannt. Das ist der Maßstab für die nächste Ausgabe.
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