Wie KI bei uns schon arbeitet. Ein Besuch in Straubing.

Wie KI bei uns schon arbeitet.
Ein Besuch in Straubing.

Wir stellen unsere Agentur auf KI-Agenten um, mitten im Betrieb. Ein Industriekunde in Straubing wollte sehen, wie das geht. Was das für ein Unternehmen heißt, das anfangen will.

Wir bauen unsere Agentur gerade um, auf KI-Agenten. Sie programmieren, gestalten, recherchieren, schreiben Konzepte. Klingt nach Zukunftsmusik, ist bei uns schon Alltag. Unser langjähriger Kunde Strama-MPS, ein Sondermaschinenbauer aus Straubing, wollte sehen, wie das konkret aussieht. Und was ein Industriebetrieb damit anfangen kann. Also sind wir hingefahren: David Retzer, unser Chefentwickler, Tobias Wollender, unser Geschäftsführer, und ich. Ohne Foliensturm. Wir haben gezeigt, was bei uns läuft. Auf Stramas Seite saßen die Marketingleitung und der operative Geschäftsführer (COO) für den Bereich E-Mobilität. Ein Mann, der stark vom Vertrieb her denkt. Bessere erste Gesprächspartner kann man sich nicht wünschen.

David Retzer arbeitet am Rechner im Büro von JANDA+ROSCHERBei uns im Büro: Chefentwickler David Retzer, die Füchse arbeiten mit.

Gezeigt haben wir dabei nicht nur die Arbeit an Kundenjobs. Auch der Rest des Ladens stellt sich um, auf KI und Automatisierung, überall dort, wo es geht. Konzepte, Recherche, Berichte, Vorlagen. Was sich wiederholt, macht eine Maschine. Was Urteil braucht, macht ein Mensch. Wir sind selbst noch am Anfang, keine Frage. Und trotzdem, für mich ist das mehr als ein KI-Werkzeug. Es ist eine andere Art, ein Unternehmen zu organisieren. Wir fangen bei uns an.

Warum wir zuerst bei uns selbst angefangen haben

Warum wir das tun? Weil Agenturen genau dahin müssen, davon bin ich überzeugt. Und weil wir vorne sein wollen. JANDA+ROSCHER war schon vor der KI eine Mischung, wir machen Marke, Kreation, Strategie, Employer Branding und Recruiting, und wir bauen seit vielen Jahren Websites und Shops mit TYPO3 und Shopware. Für beides haben wir Preise bekommen: mehrfach den TYPO3 Award für unsere Websites, dazu Auszeichnungen im Krankenhausmarketing. Wer beides im Haus hat, tut sich mit KI leichter. Aus den ersten Versuchen ist ein festes Angebot geworden. Heute richten wir bei anderen ein, was bei uns läuft. Zuerst dort, wo Arbeit sich wiederholt.

Was wir mit einem Agenten wirklich meinen

Grafik: die vier KI-Agenten von JANDA+ROSCHER, Fennec, Swift, Corsac und Silver, mit ihren RollenVier Füchse, vier Rollen: Fennec, Swift, Corsac und Silver, unsere KI-Agenten.

Das Besondere daran ist das agentische Arbeiten. Ein Agent ist kein bloßes Sprachmodell, dem man Fragen stellt. Er hat eine Rolle. Er kennt unsere Werkzeuge, unsere Regeln und unser Wissen, plant seine Arbeit, greift auf Tickets, Mails und unsere Systeme zu, prüft sein Ergebnis und merkt sich, was er dabei gelernt hat. Am Ende ist er ein Kollege mit Stellenbeschreibung. Wir nennen unsere Agenten Füchse, und jeder heißt nach einer Fuchsart. Zwei arbeiten in der Entwicklung: Fennec programmiert, Swift führt die technische Projektleitung. Ein dritter, Corsac, gestaltet. Er macht UX-Design und Designsysteme und steht damit näher an der Kreation. Seine Designsysteme reichen bis in Präsentationen, Word-Dokumente und Vorlagen, einmal festgelegt, überall gleich. Dabei arbeitet KI mit Figma und den gängigen Grafik- und Office-Programmen zusammen. Der vierte, Silver, der Silberfuchs, arbeitet bisher nur mit mir. Er macht Tiefenrecherche, prüft Strategien und liefert Marktanalysen, die wir für unsere Strategie und für neue Kunden brauchen. Er schreibt auch Inhalte, von der Recherche bis zum fertigen Blogbeitrag. Noch läuft er lokal bei mir. Bald zieht er in die Cloud, damit das ganze Team ihn nutzen kann. Man beauftragt die Füchse wie einen Kollegen, per Ticket oder im Chat, in normaler Sprache. Auftrag rein, Ergebnis zur Freigabe zurück. Vier Füchse, jeder mit eigenem Konto, übernehmen Entwicklung, Design und Recherche. Ein Mensch entscheidet über das Ergebnis, nicht die Maschine.

Die Füchse bekommen Zuwachs. Ein Office-Agent kommt und ein eigener Text-Agent. Vielleicht später auch der Podcast. Die Richtung bleibt gleich. Einzelne Kunststücke reichen nicht mehr. Jetzt sollen Rollen dauerhaft mitarbeiten.

Was das für unsere Schlagkraft bedeutet

Roboterzelle im Karosserierohbau von Strama-MPSWas ein Industriekunde baut: Roboterzelle für den Karosserierohbau. Foto: strama-mps.de

Der eigentliche Sprung ist das Tempo. Mit den Füchsen schaffen wir heute Dinge, die früher an der Personaldecke gescheitert sind. Fachlich konnten wir es immer, nur personell nicht. Jetzt skalieren wir unsere Arbeitskraft so, wie wir sie brauchen. Als kleiner Dienstleister taten wir uns damit schwer. Heute verändern wir uns in der Geschwindigkeit unserer Kunden. Skalierung ist das Thema.

Am stärksten wirkt das in der Entwicklung und in der technischen Projektleitung. Dort lernen die Agenten aus jahrelangen Tickets, wie wir arbeiten und was ein Projekt braucht. In anderen Bereichen bauen wir diese Basis erst auf. Die Agentur ist damit ein Lernlabor. Je nach Thema übernimmt der Agent einen größeren Anteil, manchmal auch einen kleineren, und der Mensch den Rest. Eines ist aber klar. Der Anteil der agentischen Arbeit wird nicht weniger, sondern schnell mehr, in der ganzen Agentur.

Dabei ist fast egal, welches technische Thema ein Kunde mitbringt, gerade in der Individualentwicklung. Die Füchse setzen fast jeden technischen Wunsch um. Und sie bauen einen Prototyp über Nacht, wenn wir eine Idee oder eine Kundenanfrage schnell prüfen wollen.

Was am Ende Konkretes dabei herauskommt

Aus dieser Arbeit entstehen fertige Produkte. Dashboards, die Zahlen aus mehreren Quellen auf einer Seite zeigen, und Wikis für innen und außen, erreichbar über Chatbots, TYPO3-Formulare, Mail und WhatsApp. Für unsere eigene Ferienvermietung ist so ein richtiges Marketing-Dashboard entstanden, samt Chatbot auf denselben Live-Daten. Ein Tourismusportal mit rund 180 Angeboten bekommt als Nächstes dieselbe Technik. Dieses Wiki baut sich mit KI selbst auf. Rund 80 Prozent des Wissens trägt die KI selbst zusammen, den Rest geben wir dazu. Sie prüft Fragen und Antworten laufend. So verbessert sich das Produkt über Wochen von allein. Bei einem Industriebetrieb wären das Maschinendaten, Vertrieb, Marketing und Employer Branding auf einer Seite. Mit Silver entstehen auch unser Branchenreport und der HR-Report. Silver prüft jeden Monat über tausend Quellen, belegt jede Aussage, und wir verkaufen sie an Kunden. Was in keiner Quelle steht, kommt nicht in den Report.

Die Frage, die immer zuerst kommt

In Straubing kam irgendwann die Frage, die immer kommt: Und die Daten? Viele Unternehmen zögern aus gutem Grund. Sie wollen ihre Daten nicht in eine fremde Cloud geben. Darauf haben wir eine klare Antwort. Die Agenten laufen im eigenen Netz des Unternehmens oder in einer deutschen Cloud, zum Schutz der Daten. Die Daten bleiben zu Hause. Dazu kommen feste Routinen. Personenbezogene und vertrauliche Daten ziehen wir gar nicht erst in die KI hinein. Datensicherheit ist bei uns Routine. Für viele ist das die Bedingung, überhaupt anzufangen.

Wo man am besten anfängt

Im Gespräch in Straubing wurde schnell klar: Die Themen reichen über das Marketing hinaus. Es geht darum, unsere Fähigkeiten in die Fachbereiche eines Unternehmens einzubringen. Darüber denken wir jetzt nach. Wenn wir anfangen, dann so, wie wir immer anfangen. Mit einem kleinen Team, einem klaren Prozess und einem messbaren Ergebnis. Und mit dem Ziel, das Wissen an den Kunden zu übergeben.

Wenn du wissen willst, was bei euch zuerst Sinn ergibt, lass uns reden. Austausch, kein Auftrag.

Das Titelbild dieses Beitrags haben wir mit KI erzeugt und nach unserer Bildsprache gestaltet. Die Roboterzelle zeigt ein Foto von strama-mps.de.

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