Ostbayern KI-Report, 25. September 2026

Ostbayern KI-Report, 25. September 2026

ams OSRAM entwickelt in Regensburg Laser für KI-Rechenzentren. Firmen und Stadtwerke von Regensburg bis Amberg setzen KI im Alltag ein. Der Report sammelt alle zwei Wochen, was in Ostbayern mit KI passiert.

  • ams OSRAM entwickelt in Regensburg stromsparende Laser für KI-Rechenzentren, die Aktie legte zeitweise ein Drittel zu
  • Von Regensburg bis Amberg setzen Firmen und Stadtwerke KI im Alltag ein, gegen Falschparker und gegen das Ertrinken
  • Kostenlose KI-Hilfe für Betriebe gibt es im Oktober in Kelheim, Neumarkt und Weiherhammer, dazu Kurse an der OTH
  • Die IG Metall wirft den Automanagern vor, die Digitalisierung verschlafen zu haben
  • Regensburg und der Landkreis Regen bringen ihre Ämter ins Netz
  • Zum Tag der KI kündigte das Netzwerk AIR elf Orte in Regensburg an, bei ams OSRAM sollten Besucher schneller sein als eine Bildanalyse

In diesen zwei Wochen wandert die KI in der Region aus dem Labor in Werk, Schwimmbad, Hörsaal und Rathaus.

In dieser Ausgabe: ams OSRAM · DCX Innovations · Reinhausen · Stadtwerke Amberg · Landkreise Neumarkt, Kelheim und Regen · C4TRENDS · OTH Regensburg · IG Metall · Stadt Regensburg · AIR · evopro · TH Deggendorf · R-Kom · Tourismusverband Ostbayern

Laser aus Regensburg für KI-Rechenzentren

ams OSRAM

In KI-Rechenzentren tauschen Server ständig riesige Datenmengen aus. Das kostet Strom. ams OSRAM hat dafür am 21. September winzige Laser vorgestellt. Sie sitzen dicht nebeneinander und schicken Daten über viele Glasfasern zugleich. Im Test erreichte eine Verbindung 32 Gigabit pro Sekunde. Neu ist, dass viele solcher Verbindungen dicht nebeneinander laufen. So soll die Datenübertragung weniger Strom brauchen. Auf der Messe ECOC in Málaga zeigte die Firma mit dem Partner BizLink eine steckbare Glasfaserverbindung. Zu sehen war sie nur für ausgewählte Kunden (Pressemitteilung über ots.at).

Regensburg kommt in der Pressemitteilung nicht vor. Die Mittelbayerische hat nach dem Standort gefragt. Entwickelt wurden die Laser im Regensburger Werk. Ob dort auch gefertigt wird, ist offen. Dort entstand auch das „digitale Licht“, ein Scheinwerfer mit 25.000 einzeln steuerbaren Lichtpunkten. Dafür gab es vor knapp zwei Jahren den Deutschen Zukunftspreis. Die Aktie lag am Mittwoch zeitweise etwa 33 Prozent höher als vor der Meldung. Am Donnerstag gab sie wieder nach. Laut Sprecher Volker Gieritz unterstreicht die Technik „die Bedeutung Regensburgs als der Entwicklungsstandort für optische Halbleitertechnologie“. Bisher gibt es nur ein Vorführmuster. Einen Termin für ein Produkt nennt die Firma nicht.

Wer Firmen in der Region berät, sollte bei Konzernmeldungen nach dem heimischen Standort fragen, wie hier die Lokalzeitung.

Firmen und Stadtwerke setzen KI im Alltag ein

Regensburg: Der Cityscanner findet Falschparker

Die Firma DCX Innovations sitzt in der Regensburger TechBase und baut den Cityscanner: ein Fahrzeug, das per KI Falschparker erkennt. Nach Modellprojekten in Baden-Württemberg erlaubt das Straßenverkehrsgesetz die digitale Parkraumüberwachung seit 1. Juli bundesweit. Ein Fahrzeug ersetzt nach Rechnung von Gründer Andreas Fleischmann 12 bis 24 Parkwächter, die Städte kaum noch finden. Ob ein Knöllchen rausgeht, prüft weiter ein Mensch (Mittelbayerische).

Balkengrafik: Städte im Gespräch mit DCX Innovations. Von den 14 größten Städten 10, von rund 80 Städten ab 100.000 Einwohnern rund 40Quelle: Angaben von DCX-Gründer Andreas Fleischmann in der Mittelbayerischen, 15.09.2026.

Regensburg: Reinhausen liefert Strom-Technik für Rechenzentren

Die Reinhausen GmbH, bekannt als MR, liefert von Regensburg aus die Technik für die Transformatoren, die Rechenzentren mit Strom versorgen. Am Standort arbeiten 2.500 Menschen. Rund die Hälfte des weltweit erzeugten und transportierten Stroms fließt laut Mittelbayerischer durch Bauteile von MR. Mit einigen der großen Rechenzentrumsbetreiber sei MR „im engen Austausch“, sagt Günter Panzer, Director Strategic Customer Management (Mittelbayerische).

Amberg: KI wacht im Kurfürstenbad

Im Amberger Kurfürstenbad überwachen seit Kurzem 46 Kameras die Bewegungen im Becken. Ein KI-System alarmiert die Rettungsschwimmer in Echtzeit, wenn jemand zu ertrinken droht. Laut Stadtwerken muss sich um den Datenschutz niemand sorgen (Onetz, Bezahlartikel, nur der frei lesbare Anfang gelesen).

Für die Kommunikation im Mittelstand taugen alle drei Fälle. KI ersetzt knappe Fachkräfte, schützt Menschen oder bringt einem Zulieferer Aufträge.

Kostenlose KI-Hilfe für Betriebe und Kurse an der OTH

Im Oktober gibt es in der Region mehrere kostenlose Angebote für Betriebe. Dazu kommen zwei Kurse an der OTH Regensburg.

Neumarkt: KI, die Aufgaben ausführt

Wann: Dienstag, 6. Oktober, 14 Uhr, eine Stunde
Wo: online
Für wen: kleine und mittlere Betriebe aller Branchen, kostenlos
Anmeldung: wirtschaft-neumarkt.de

Viele Betriebe im Landkreis haben ChatGPT ausprobiert und wussten danach nicht weiter, sagt das Landratsamt. Referent ist Marco Heer vom Neumarkter KI-Berater Synclaro. Er zeigt live den Unterschied zwischen einer KI, die Fragen beantwortet, und einer, die Aufgaben ausführt (Mittelbayerische).

Kelheim: Digitalisierungsberatung für das Handwerk

Wann: Mittwoch, 7. Oktober, 9 bis 16 Uhr
Wo: Technologie Campus Neustadt an der Donau
Für wen: Handwerksbetriebe, kostenlos
Kontakt: Alexander Guhr, Alexander.Guhr@landkreis-kelheim.de

Das Landratsamt Kelheim berät mit der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und der OTH Regensburg zu Digitalisierung und KI. Wer ein größeres Projekt hat, kann es danach mit Studierenden der OTH umsetzen (Mittelbayerische).

Weiherhammer: AI meets Automation

Wann: Donnerstag, 8. Oktober, 9 bis etwa 14 Uhr
Wo: Future Lab, Paul-Engel-Straße 1, Weiherhammer
Für wen: Produktion, Automatisierung und Engineering, kostenlos

Laut Programm des Veranstalters C4TRENDS zeigen Beckhoff und Balluff, wie KI in der Automatisierung arbeitet. Zwei Professoren der OTH Amberg-Weiden zeigen, wie Führungskräfte KI einführen. Die Belegschaft soll sie als Unterstützung erleben, nicht als Bedrohung (OberpfalzECHO, bezahlte Anzeige des Veranstalters).

Nabburg: Marketing und KI für Direktvermarkter

Wann: Mittwoch, 25. November, 9 bis 16.30 Uhr
Wo: AELF, Regensburger Straße 51, Nabburg
Für wen: landwirtschaftliche Direktvermarkter
Anmeldung: bis 17. November über das AELF Regensburg-Schwandorf

Die Teilnehmer entwickeln einen Marketing- und Redaktionsplan. Sie lernen, KI mit passenden Prompts zu füttern. Gemeinsam entstehen Instagram-Beiträge (OberpfalzECHO).

OTH Regensburg: zwei berufsbegleitende Kurse

Das Hochschulzertifikat Künstliche Intelligenz startete zum fünften Mal. 14 Berufstätige lernen Python, Bildverarbeitung, PyTorch und Machine Learning, in zwei Blöcken zu je drei Tagen. Ein weiterer Durchgang war ab 23. September angesetzt. Entwickelt hat die OTH den Kurs mit Infineon, offen ist er für alle Firmen. Er setzt Programmiererfahrung und einen ersten Studienabschluss voraus (OTH Regensburg). Die Gebühr beträgt 3.490 € (Kursseite).

Für Fach- und Führungskräfte ohne IT-Hintergrund gibt es den Kurs „Technology Skills for Business Professionals“. Er läuft berufsbegleitend mit Online- und Präsenzteilen bis Februar, die OTH nennt das Format Microcredential. Der Kurs vermittelt Python, Datenanalyse, Prozessautomatisierung, Cybersicherheit und maschinelles Lernen. Zum Abschluss entwickelt jeder ein eigenes IT-Projekt aus dem beruflichen Umfeld (OTH Regensburg).

Start: Freitag, 9. Oktober, 15 Uhr, Online-Auftakt
Anmeldeschluss: 30. September
Gebühr: 1.990 € (Kursseite)
Kontakt für beide Kurse: Bianca Hirthammer, Telefon +49 941 943 9832, zertifikate-seminare@oth-regensburg.de

Die IG Metall sieht die Digitalisierung verschlafen

IG Metall

Für den 21. September rief die IG Metall zu Aktionen in über 50 bayerischen Betrieben der Auto- und Zulieferindustrie auf. In Ostbayern standen BMW Dingolfing, BMW Regensburg, Aumovio Regensburg und ZF Auerbach im Plan. Bezirksleiter Horst Ott sagt, die meisten Manager hätten „Entwicklungen in der E-Mobilität, Digitalisierung und Batterietechnik verschlafen“. Die Gewerkschaft fordert Zukunftsprodukte für die Werke (IG Metall Bayern).

Im Raum Regensburg machten Beschäftigte von BMW, Benteler und Aumovio mit. Olga Redda von der IG Metall Regensburg verlangt Investitionen in Produkte, Qualifizierung und langfristig sichere Standorte (Regensburger Nachrichten). Benteler in Schwandorf baut bis Jahresende 80 Stellen ab. Bundesweit sank die Zahl der Jobs in der Autoindustrie auf etwa 691.000, den tiefsten Stand seit Beginn der Statistik 2005 (Mittelbayerische). In Auerbach bleibt die Sorge, obwohl ZF im Mai entschied, den Inverter weiter selbst zu fertigen. Das ist ein Bauteil der Leistungselektronik (Onetz, Bezahlartikel, nur der frei lesbare Anfang gelesen).

Wer einen Zulieferer nach außen vertritt, kennt jetzt die Sicht der IG Metall. Sie deutet den Stellenabbau als verpasste Digitalisierung, nicht als Konjunkturdelle.

Regensburg und der Landkreis Regen bringen ihre Ämter ins Netz

Regensburg: Platz 9 in der Verwaltung

Im Smart City Index des Bitkom steht Regensburg auf Platz 11 von 83 Großstädten. 2024 war es Platz 14, 2025 Platz 12. In der Verwaltung springt die Stadt von Platz 21 auf Platz 9. Für Online-Termine, digitale Bezahlung und Serviceportal gab es die volle Punktzahl (Stadt Regensburg).

Balkengrafik: digitale Leistungen der Stadt Regensburg im BayernPortal, Ende 2025 431, September 2026 525Quelle: Stadt Regensburg, Pressemitteilung vom 11.09.2026.

Wer für die Stadt oder ihre Betriebe arbeitet, hat jetzt eine belegte Zahl für Präsentationen. Statt 431 gibt es 525 Online-Angebote, also 94 mehr in unter einem Jahr.

Landkreis Regen: 250 digitale Dienste

Im Landkreis Regen stehen inzwischen 250 digitale Dienste bereit, vom Führerschein-Umtausch bis zur Wanderkarte. Seit Ende 2023 haben sich die Aufrufe vervierfacht. 16 der 24 Gemeinden nutzen gemeinsame Online-Verfahren des Landkreises, mehr als 30 Online-Verfahren sind so entstanden. „Digitalisierung ist dann gut, wenn sie den Alltag einfacher macht“, sagt Landrat Ronny Raith (PNP).

Der Tag der KI macht KI zum Anfassen

AIR Artificial Intelligence Regensburg

Am 25. September war in Regensburg Tag der KI, Motto „Schau hi, Regensburg kann KI“. Angekündigt waren mehr als 50 Organisationen mit rund 80 kostenfreien Programmpunkten. Geplant waren elf Orte, von der TechBase über die OTH bis zur Volkshochschule (TechBase).

ams OSRAM kündigte für den Kulturort Degginger eine Ausstellung an, die zeigt, was KI im Werk tut. Besucher sollten mit einem Instandhaltungs-Chatbot Fehler an Anlagen suchen. Angekündigt war auch ein Wettbewerb an zwei leuchtenden Siliziumscheiben. Der Mensch sollte den Fehler in 30 Sekunden finden, die KI braucht dafür 10 Millisekunden (Degginger).

Im Pop-up-Raum daneben kündigte das Degginger Arbeiten von fünf Regensburger Medienkünstlern zu KI an. Der Illustrator Florian Hauer sollte Bildwünsche live zeichnen, während eine KI dieselben Motive per Prompt erzeugt (Degginger).

Kurz gemeldet

Regensburg: evopro tritt dem KI-Netzwerk AIR bei. Die evopro systems engineering AG ist seit Ende Juni Mitglied im KI-Netzwerk AIR. Jetzt stellt das Netzwerk sie vor. Die Firma baut Industrie- und Automatisierungslösungen aus Maschinenbau, Steuerung, Software, Bildverarbeitung und KI. Den Bereich Machine Vision and AI leitet Natascha Koch (AIR Regensburg).

Mainburg: Die TH Deggendorf öffnet ihren Forschungscampus. Am Sonntag, 11. Oktober, von 10 bis 15 Uhr lädt die TH Deggendorf zum Tag der offenen Tür an ihren Campus Mainburg. Auf etwa 1.000 Quadratmetern forscht sie dort an Gebäudetechnik, auch mit Big Data und KI. Besucher sehen Live-Demos mit 3D-Scan und Wärmebildkamera. Eröffnet wurde der Standort im Januar 2026 (TH Deggendorf).

Regensburg: R-Kom baut ein kleines Rechenzentrum. Die Stadttochter R-Kom plant am östlichen Stadtrand ein Rechenzentrum, ein Bau-Vorbescheid liegt vor. Sprecher Roland Kittel nennt es eine „kompakte, regionale Lösung für kurze Wege, sensible Daten und konkrete Anwendungen vor Ort“. Mit dem Großprojekt in Wenzenbach sei es „in keinster Weise“ zu vergleichen (Mittelbayerische).

Ostbayern: 1.000 Tourismusbetriebe digital beraten. Der Tourismusverband Ostbayern und Oberösterreich Tourismus haben seit 2023 rund 1.000 Gastgeber und Erlebnisanbieter bei Sichtbarkeit und Buchbarkeit im Netz beraten. Das Institut Centouris der Universität Passau begleitete das Projekt wissenschaftlich, gefördert hat das EU-Programm Interreg (gast.at).

Regensburg: AIR.CON am 14. Oktober. Am Mittwoch, 14. Oktober, von 11 bis 15.15 Uhr lädt das Netzwerk AIR zur zweiten AIR.CON in die TechBase Regensburg. Nach einer Podiumsrunde folgen vier Foren: Start-ups, Medizintechnik, Schule und Hochschule sowie Industrie und Energie. Im Start-up-Forum geht es etwa um Sprach-KI für den Mittelstand (TechBase).

Termine

02.10.2026, 9 bis 12 Uhr FrAInderl Netzwerktreffen (Technologie Campus Grafenau)
06.10.2026, 14 Uhr KI, die Aufgaben ausführt: Online-Vortrag für Betriebe (Wirtschaftsförderung Landkreis Neumarkt)
07.10.2026, 9 bis 16 Uhr Digitalisierungsberatung für Handwerksbetriebe (Technologie Campus Neustadt an der Donau)
07.10.2026, 9 bis 17 Uhr Landshut Digital 2026 (LINK Gründerzentrum, Landshut)
08.10.2026, 9 bis 14 Uhr AI meets Automation (C4TRENDS, Future Lab Weiherhammer)
08.10.2026, 18 bis 21 Uhr Innovation.einfach.machen: KI-Projekte (INN.KUBATOR, Passau)
09.10.2026, 15 Uhr Start Microcredential „Technology Skills for Business Professionals“ (OTH Regensburg, online)
11.10.2026, 10 bis 15 Uhr Tag der offenen Tür Campus Mainburg (TH Deggendorf, Mainburg)
14.10.2026, 11 bis 15.15 Uhr AIR.CON, Regensburgs KI-Konferenz (TechBase Regensburg)
15.10.2026 Praxisforum 3D-Druck: KI in der Additiven Fertigung (Hochschule Landshut)
15.10.2026, 18 bis 21 Uhr Innovation.einfach.erklärt: KI-Projekte praxisnah starten (INN.KUBATOR, Passau)
22.10.2026, 19 Uhr Impulsvortrag „Würde KI mich einstellen?“ (Hochschule Landshut)
04.11.2026, 19 Uhr #digit-R 19: Geklickt. Gehackt? Wie sicher sind wir im Netz? (Degginger, Regensburg)
25.11.2026, 9 bis 16.30 Uhr Praxistag Marketing und KI für Direktvermarkter (AELF, Nabburg)

Quellen: KI Campus Ostbayern, Mittelbayerische, Mittelbayerische, OberpfalzECHO, OberpfalzECHO, TechBase, Degginger, TH Deggendorf, OTH Regensburg.

Wie dieser Report entsteht

Der Ostbayern KI-Report erscheint alle zwei Wochen. Er sammelt, was in Regensburg, Niederbayern und der Oberpfalz mit KI, Automatisierung und dem digitalen Wandel der Arbeit wirklich passiert. Jede Meldung stammt aus einer Quelle, die wir selbst geöffnet und geprüft haben. Wo bei einem Bezahlartikel nur der Anfang frei lesbar war, steht es dabei.

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