1.186 Robotik-Anzeigen trotz 8 Prozent weniger Robotern

1.186 Robotik-Anzeigen trotz 8 Prozent weniger Robotern

So viele Robotik-Anzeigen wie seit 2023 nicht, obwohl Firmen 2025 weniger Roboter kauften. Was die Zahlen aus dem 3. Quartal 2026 zeigen.

Die Industrie in Deutschland hat 2025 rund 24.800 neue Industrieroboter installiert, 8 Prozent weniger als im Jahr davor. Das steht in der Jahresbilanz der International Federation of Robotics (IFR), dem Weltverband der Roboterbranche. Für 2026 erwartet die IFR noch einmal weniger neue Roboter. Trotzdem schreiben Firmen 2026 so viele Robotik-Stellen aus wie seit Anfang 2023 nicht. 1.186 Anzeigen für Robotik-Jobs zählte der FAZ-Jobmonitor (Index Gruppe) im dritten Quartal 2026, ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Weniger neue Maschinen, mehr Anzeigen für Leute, die sie bauen und betreuen.

Den Jobmonitor rechnet die Index Gruppe, ein Anbieter von Stellenmarktdaten, für die F.A.Z. aus. Er zählt bezahlte Anzeigen aus 545 Quellen, die Rohdaten sind nicht öffentlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gibt es mehr Robotik-Jobs, obwohl weniger Roboter verkauft werden? Ja. Laut FAZ-Jobmonitor (Index Gruppe) erreichten Robotik-Anzeigen im dritten Quartal 2026 mit 1.186 den höchsten Wert seit Anfang 2023, 33 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für 2025 meldet die IFR in Deutschland 8 Prozent weniger neue Industrieroboter.
  • Wie stark wachsen die KI-Anzeigen? Laut FAZ-Jobmonitor (Index Gruppe) um 76 Prozent zum Vorjahresquartal, auf 12.855 Anzeigen im dritten Quartal 2026. Die IT-Stellen insgesamt sanken zum Vorjahresquartal um 7,6 Prozent.
  • Nimmt KI Berufseinsteigern die Jobs weg? Belegt ist das nicht. IAB und Indeed sehen bei jungen Beschäftigten und Einstiegsjobs vor allem die schwache Konjunktur als Ursache.
  • Wo werden die meisten KI-Stellen ausgeschrieben? In Bayern, mit fast 13.500 Stellen im dritten Quartal 2026, laut KI-Kompetenzmonitor der Index Gruppe. Er zählt jede Anzeige, die KI-Kenntnisse verlangt, und liegt deshalb höher als der Jobmonitor. Für Ostbayern gibt es keine öffentliche Zahl.

Roboterproduktion minus 24 Prozent, Robotik-Anzeigen so hoch wie seit 2023 nicht

Bei den Herstellern ist der Einbruch dreimal so groß wie bei den Installationen im Inland. Die Roboterproduktion in Deutschland fiel 2025 um 24 Prozent auf 23.700 Stück, die Exporte um 37 Prozent. Das Minus von 8 Prozent bei den Installationen führt IFR-Präsidentin Jane Heffner vor allem auf die schwache Nachfrage der Industrie zurück.

Infografik: 2025 wurden in Deutschland 24.800 Industrieroboter installiert (minus 8 Prozent) und 23.700 gebaut (minus 24 Prozent). Im 3. Quartal 2026 gab es 1.186 Robotik-Anzeigen und 12.855 KI-Anzeigen (plus 76 Prozent), IT-Stellen insgesamt minus 7,6 Prozent.Grafik: JANDA+ROSCHER. Daten: International Federation of Robotics (Roboter 2025), FAZ-Jobmonitor der Index Gruppe (Anzeigen 3. Quartal 2026).

Ich vermute, wer jetzt Robotik-Leute sucht, plant für die Zeit nach der Flaute und braucht jemanden, der die nächste Anlage entwirft, programmiert und an die vorhandene Fertigung in der eigenen Halle anschließt. Deshalb finde ich die 1.186 Anzeigen wichtiger als die 24.800 Roboter, denn sie zeigen vielleicht, wohin die Firmen in zwei, drei Jahren wollen, wenn die Aufträge zurückkommen und neue Anlagen anlaufen.

Ein Techniker kniet am offenen Schaltschrank einer Roboterzelle und steckt ein Sensorkabel an, daneben ein Laptop auf einem Rollwagen, hinten ein Industrieroboter.Symbolbild: mit KI erzeugt (Google Gemini).

Umbau in der Flaute ist ein altes Muster

Holger Schmidt, der den Jobmonitor für die F.A.Z. auswertet, erinnert an die Ökonomen Hershbein und Kahn und ihre Befunde zur Rezession nach 2008. Im Abschwung, so fasst Schmidt sie zusammen, sparen Unternehmen bei klassischen Stellen und stellen gezielt für die Automatisierung ein.

Die Zahlen aus dem dritten Quartal passen zum Teil zu diesem Bild, wenn man KI-Anzeigen als Zeichen für Automatisierung liest. Die KI-Anzeigen im FAZ-Jobmonitor wuchsen um 76 Prozent auf 12.855, die IT-Stellen insgesamt schrumpften um 7,6 Prozent. Anfang 2023 zählte der Jobmonitor noch rund 1.900 KI-Anzeigen, ein Siebtel von heute.

Ich lese das als Umbau. Die Firmen suchen andere Fachleute als früher, solange die Auftragsbücher dünn sind. Ich nehme an, sie wollen bereit sein, wenn die Aufträge zurückkommen.

Ein Auszubildender programmiert mit einem Handbediengerät einen kleinen weißen Roboterarm in einer hellen Lehrwerkstatt, rechts ein Ausbilder von hinten.Symbolbild: mit KI erzeugt (Google Gemini).

Bei Berufseinsteigern sehen IAB und Indeed vor allem die Konjunktur

Eine Studie, die den Rückgang der IT-Stellen erklärt, habe ich nicht gefunden; am nächsten kommen zwei Auswertungen, die junge Beschäftigte und Einstiegsjobs messen und nicht die IT insgesamt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Forschungsstelle der Bundesagentur für Arbeit, sieht in der Wirtschaftsschwäche der letzten Jahre die Hauptursache dafür, dass heute weniger junge Leute beschäftigt sind. Der Einfluss von KI dürfte „unterm Strich eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben“, sagt IAB-Forscher Oliver Schlenker. Virginia Sondergeld vom Jobportal Indeed sagt, ein KI-Effekt lasse sich anhand der aktuellen Datenlage bislang nicht belegen.

Auch der Gesamtmarkt zeigt die Flaute. Im zweiten Quartal 2026 gab es rund eine Million offene Stellen, so wenig wie seit 2016 nicht mehr, die Corona-Lockdowns ausgenommen. Das meldet die IAB-Stellenerhebung.

Bei den KI-Zahlen kommt es stark darauf an, wer zählt. Je nach Plattform stecken KI-Begriffe in 0,4 Prozent (XING, Juli 2026) oder in 5,7 Prozent (Indeed, September 2026) aller Anzeigen.

Für mich passen Konjunktur und KI-Anzeigen zusammen, denn die Flaute senkt die Zahl der Stellen insgesamt, und unter den Stellen, die bleiben, suchen die Firmen laut FAZ-Jobmonitor mehr KI-Fachleute als vor einem Jahr.

Bayern sucht am meisten, für Ostbayern fehlt eine öffentliche Zahl

Die Index Gruppe zählt in ihrem frei zugänglichen KI-Kompetenzmonitor breiter als im Jobmonitor, nämlich jede Anzeige, die KI-Kenntnisse verlangt. Bundesweit waren das im dritten Quartal 2026 fast 58.500. Bayern liegt mit fast 13.500 KI-Stellen vorn, vor Nordrhein-Westfalen mit 10.900 und Baden-Württemberg mit 9.500. Für Regensburg und Ostbayern habe ich keine eigene Zahl gefunden. Das ärgert mich, weil wir genau hier arbeiten.

Wir bauen für Industriekunden Karriereseiten und Arbeitgebermarken. Ich erwarte, dass diese Kunden oft Leute suchen, die Mechatronik, Sensorik und KI zusammenbringen. Ich nehme an, dass solche Fachleute genau lesen, was eine Anzeige über die Arbeit verrät. Um sie werben auch Konzerne in München und Stuttgart. Manche Firmen besetzen solche Aufgaben erst intern um, bevor sie eine Anzeige schalten. Mehr zu diesem stillen Umbesetzen steht im Beitrag über Quiet Hiring. Wie es in der Oberpfalz aussieht, habe ich mir im Beitrag zum Stellenabbau angesehen.

Zwei Personen am Stehtisch, Oberkörper angeschnitten: Eine Hand zeigt auf Ausdrucke, daneben ein Tablet mit Balkengrafik, hinter der Glaswand eine Fertigung.Symbolbild: mit KI erzeugt (Google Gemini).

Suchst du gerade Leute, die Mechatronik und KI verbinden? Dann schreib mir.

Titelbild und Fotos: mit KI erzeugt (Google Gemini), gestaltet nach unserer Bildsprache. Offenlegung: Recherchiert und geschrieben habe ich diesen Beitrag mit Claude von Anthropic.

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