Das klügste Gadget des Jahres hat keine KI

Das klügste Gadget des Jahres hat keine KI

KI-Gadgets im Check: Welche Geräte wirklich nützen, warum Software-Konzerne an Hardware scheitern und welche vernetzten Geräte zu Elektroschrott wurden.

Titelbild: mit KI erzeugt (Google Gemini), gestaltet nach unserer Bildsprache.

Die Süddeutsche hat am 1. Oktober ein kleines Gerät aus Stuttgart vorgestellt, über das ich gestolpert bin. Die Zenbox ist ein Puck mit fünf Zentimetern Durchmesser, mit Magnet und NFC-Chip, ausgedacht von einem 36-jährigen Stuttgarter, der App und Gerät selbst entwickelt hat. Du legst dein Handy drauf, und die Apps, die dich ablenken, sind gesperrt, bis du es wieder drauflegst. Sie kostet 49,99 Euro, braucht kein Abo und keine Cloud, die App läuft nur auf deinem Telefon. Eine KI steckt nicht drin.

Zenbox in der HandFoto: Zenbox

Ich finde das Gerät banal und gerade deshalb einen guten Maßstab. Es hat einen Nutzen, den man in einem Satz erklären kann, die Hardware ist einfach, und es funktioniert auch dann noch, wenn die Firma dahinter morgen zumacht. Ich habe mir für diesen Text die Geräte der letzten zehn Jahre angesehen, von der Smartwatch über den Saugroboter bis zur Saftpresse. Die meisten lassen sich nach diesen drei Punkten sortieren. Die Gewinner kommen oft von Herstellern, die Hardware können, und sie nutzen Technik, die es längst gibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Gadgets halten, was sie versprechen? Vor allem Geräte von Herstellern, die Hardware können, mit einem klaren Zweck, etwa die Apple Watch, der Oura-Ring, die Toniebox oder vernetzte Blutdruckmessgeräte.
  • Warum scheitern so viele KI-Gadgets? Viele wollten das Smartphone ersetzen oder alles auf einmal können. Den Humane AI Pin kauften trotzdem rund 10.000 Menschen, obwohl er kaum funktionierte.
  • Was passiert, wenn der Hersteller den Server abschaltet? Viele vernetzte Geräte verlieren dann App und Funktionen, so bei Bose SoundTouch, Gigaset Smart Home oder Spotify Car Thing.
  • Woran erkenne ich leere Versprechen? An Messversprechen ohne Zulassung oder Studie. Zwei Blutzucker-Uhren vom Marktplatz zeigten im Test an einer Banane dieselben Werte wie am Handgelenk.

Diese Geräte halten, was sie versprechen

Gesundheit am Handgelenk, am Finger und im Bad

  • Apple Watch. Apples Smartwatch fürs Handgelenk. Ihren Erfolg verdankt sie aus meiner Sicht vor allem einem Umstand. Sie ist ein kleines iPhone. Nachrichten, Anrufe und Bezahlen erledigst du, ohne das Telefon aus der Tasche zu holen. Die Gesundheitsfunktionen kommen dazu, in den USA zeichnet sie seit Dezember 2018 ein EKG auf, also die Herzstromkurve, und seit September 2025 warnt sie vor Bluthochdruck.
  • Oura-Ring. Ein Fingerring mit Sensoren auf der Innenseite. Er misst Schlaf, Puls und Temperatur und zeigt die Werte in einer App, mehr nicht, und mir gefällt genau diese Beschränkung. In den neun Monaten bis Juni 2026 verkaufte Oura 3,1 Millionen Ringe und setzte mit Ringen und Abos 1,21 Milliarden Dollar um.
  • Withings. Der französische Hersteller hat ein ganzes System um die Gesundheit gebaut, mit Uhren mit EKG, Körperwaagen und sogar einem Mini-Labor für die Toilette, das den Urin analysiert. Alles landet in einer App, und das gefällt mir. Das Blutdruckmessgerät BPM Connect mit klassischer Oberarmmanschette ist in den USA und der EU zugelassen. In einer Studie mit 85 Erwachsenen wich es im Mittel um 0,6 mmHg beim oberen und um 2,1 mmHg beim unteren Wert von einem Vergleichsgerät ab. mmHg steht für Millimeter Quecksilbersäule, die übliche Einheit für Blutdruck.
  • Hilo, früher Aktiia. Das Schweizer Armband misst den Blutdruck ohne Manschette. Die Lichtsensoren arbeiten nach demselben Prinzip wie die Pulsmessung jeder Smartwatch. Neu ist die Auswertung. Die beiden Gründer haben fast 20 Jahre am Schweizer Forschungsinstitut CSEM daran gearbeitet, wie ein Firmenprofil bei pharmaphorum beschreibt. Es ist das erste manschettenlose Gerät, das die US-Arzneimittelbehörde FDA für den Verkauf ohne Rezept freigegeben hat, in Europa ist es Medizinprodukt der Klasse IIa. Alle 30 Tage musst du es mit einer Manschette abgleichen, und in den USA geht es nicht ohne Abo. Ich selbst trage Hilo schon lange, vorher das Armband unter dem alten Namen Aktiia, und habe meine Werte mit denen beim Arzt verglichen. Sie lagen gut beieinander.
  • Huawei Watch D2. Eine Smartwatch, die den Blutdruck so misst wie ein Gerät beim Hausarzt. Im Armband steckt eine kleine Luftmanschette, die sich zum Messen aufpumpt. Im heise-Test wich sie gegenüber dem Gerät beim Arzt nur minimal ab. Mich überzeugt die Idee, weil sie das bewährte Messverfahren einfach ans Handgelenk holt.

Apple WatchFoto: Apple

Oura Ring 4Foto: Oura

Withings BPM ConnectFoto: Withings

Hilo-ArmbandFoto: Hilo

Huawei Watch D2 mit BlutdruckanzeigeFoto: Huawei

Für Kinder, Leser und Besprechungen

  • Toniebox. Ein weicher, würfelförmiger Lautsprecher für Kinder, entwickelt von einem Düsseldorfer Start-up. Stellt man eine Spielfigur oben drauf, spielt er das passende Hörspiel oder die Lieder dazu. Für mich ist sie das schönste Beispiel in dieser Liste, weil ich keine einfachere Bedienung kenne. Tonies hat 10 Millionen Boxen verkauft, rund 5,5 Millionen davon in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Tolino. Ein Lesegerät für E-Books mit papierähnlichem Bildschirm, angeboten von deutschen Buchhändlern. Es kam bis April 2024 über fünf Millionen Mal unter die Leute.
  • Plaud. Das Diktiergerät zum Anstecken schreibt Gespräche ab und fasst sie zusammen, mit Sprachmodellen von OpenAI, Google und Anthropic, die ich oder jeder andere auch direkt nutzen könnte. Ich nutze Plaud seit etwa einem Jahr. Plaud hat über zwei Millionen Geräte ausgeliefert.

Toniebox 2 mit FigurFoto: tonies

Tolino E-ReaderFoto: tolino

Plaud NotePin SFoto: Plaud

Hilo und Plaud nutze ich selbst. Sie zeigen zwei Wege zum Erfolg. Plaud steckt bekannte Sprachmodelle in ein neues Gerät, Hilo wertet einen bekannten Sensor mit neuer Software aus. Beide nutzen KI, und zwar, wie ich finde, genau dort, wo sie etwas bringt, beim Auswerten von Messsignalen und beim Abschreiben von Sprache. Beide haben ein kleines, haltbares Gerät mit einem Zweck gebaut, den man versteht.

Software-Konzerne tun sich mit eigener Hardware schwer

Amazon hat im Juli 2014 ein eigenes Smartphone herausgebracht, das Fire Phone. Nach sechs Wochen kostete es mit Vertrag nur noch 99 Cent statt 199 Dollar. Im Herbst schrieb Amazon 170 Millionen Dollar ab, 83 Millionen davon für Telefone, die im Lager lagen. Amazon blieb nicht allein. Als ich die abgekündigten Geräte großer Softwarefirmen gesammelt habe, wurde die Liste schnell lang.

Amazon

  • Amazon Dash Button (2015 bis 2019). Kleine WLAN-Knöpfe zum Ankleben, etwa an die Waschmaschine. Ein Druck bestellte bei Amazon Waschmittel oder Kaffee nach. Die Knöpfe wurden im August 2019 weltweit abgeschaltet.
  • Amazon Halo (2020 bis 2023). Ein Fitnessarmband ohne Display, später kamen ein Modell mit Display und ein Schlafsensor für den Nachttisch dazu. Der Dienst endete Ende Juli 2023, Amazon erstattete für Käufe der letzten zwölf Monate und ungenutzte Abos.
  • Amazon Astro for Business (2023 bis 2024). Ein fahrbarer Sicherheitsroboter mit Kamera für Büros, Preis 2.350 Dollar, nach weniger als einem Jahr abgeschaltet.

Google

  • Google Revolv (2013 bis 2016). Eine Steuerzentrale, die Lampen, Heizung und Schlösser verschiedener Hersteller über eine App zusammenführte, verkauft mit „lebenslangem“ Dienst, nach dem Kauf durch Google absichtlich abgeschaltet.
  • Google Nest Secure (2017 bis 2024). Eine Alarmanlage fürs Haus mit Tür- und Fenstersensoren, seit April 2024 außer Betrieb, Kunden bekamen ein Ersatzangebot.
  • Google Stadia (2019 bis 2023). Die Spiele liefen auf Googles Servern statt auf einer Konsole, man brauchte nur einen Bildschirm und Googles eigenen Controller. Eingestellt nach gut drei Jahren. Google erstattete Hardware und Spielekäufe.

Meta, Microsoft und Spotify

  • Meta Portal (2018 bis 2022). Ein Bildschirm mit Kamera für Videoanrufe über Facebook und WhatsApp, für Privatkunden eingestellt.
  • Microsoft Kinect (2010 bis 2017). Eine Kamera für die Spielkonsole Xbox, mit der man Spiele per Körperbewegung steuerte. Erst ein Rekord mit acht Millionen Stück in 60 Tagen, dann Produktionsende.
  • Spotify Car Thing (2022 bis 2024). Ein kleines Display mit Drehknopf fürs Armaturenbrett, um Spotify im Auto zu bedienen, Preis 90 Dollar, seit dem 9. Dezember 2024 tot. Geld zurück gab es erst nach einer Sammelklage, und nur für Direktkäufer.

Und zwei Start-ups, die das Smartphone ersetzen wollten

  • Humane AI Pin (2024 bis 2025). Ein Anstecker fürs Hemd mit Kamera und Mikrofon, den man per Sprache bedient. Er sollte das Smartphone ersetzen. Humane hoffte auf 100.000 Stück im ersten Jahr. Wenige Monate nach dem Start kauften rund 10.000 Menschen ein Gerät, das kaum funktionierte, 3.000 gaben es zurück. Wie viele ihn danach noch benutzten, ist nicht bekannt. Ich vermute, wenige. Seit Februar 2025 sind alle abgeschaltet.
  • Rabbit R1 (seit 2024). Ein oranges Kästchen für 199 Dollar mit Drehrad, das per KI Apps für dich bedienen sollte. Rabbit verkaufte über 100.000 Stück, täglich genutzt wurden rund 5.000.

Balkengrafik: Humane AI Pin. Geplant 100.000, verkauft 10.000, zurückgegeben 3.000.Quelle: Engadget, Stand August 2024.

Balkengrafik: Rabbit R1. Über 100.000 verkauft, rund 5.000 täglich genutzt.Quelle: 9to5Google, September 2024.

Ich finde, beide Zahlen zeigen zweierlei, nämlich wie gut sich ein großes Versprechen verkauft, auch wenn das Gerät dahinter es kaum einlöst, und wie schnell die Begeisterung danach im Alltag verfliegt.

Amazon Dash ButtonFoto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0

Spotify Car Thing im AutoFoto: Spotify

Humane AI PinFoto: Humane

Software-Firmen können durchaus Hardware. Amazon verkauft seit Jahren Echo und Kindle, Meta hat mit der Quest-Brille Millionen Geräte abgesetzt. Bei ganz neuen Gerätearten klappt es bisher vor allem mit einem Partner. Meta hat mit dem Brillenhersteller EssilorLuxottica 2025 über sieben Millionen KI-Brillen von Ray-Ban und Oakley verkauft, mehr als dreimal so viele wie 2023 und 2024 zusammen. Google setzt bei seinen neuen Brillen auf denselben Weg und hat dem Brillenhändler Warby Parker bis zu 150 Millionen Dollar zugesagt. Balkengrafik: KI-Brillen von Meta und EssilorLuxottica. 2023 und 2024 zusammen 2 Millionen, 2025 über 7 Millionen.Quelle: EssilorLuxottica, Quartalsbericht laut CNBC, Februar 2026.

Der Konzern liefert die Software, der Partner weiß, wie eine Brille auf der Nase sitzt. Diese Arbeitsteilung erklärt für mich, warum es diesmal klappt, und ich bin gespannt, ob Google mit seinen Partnern dasselbe gelingt.

Ray-Ban-Meta-BrilleFoto: Meta

Was ich mit Sonos gelernt habe

Ich habe Sonos in der ganzen Wohnung und im Büro, zu Hause auch als Zuspieler für die Hi-Fi-Anlage. Mehrere Geräte musste ich schon austauschen. Meine großen Quadral-Standboxen (Montan) dagegen stehen seit dreißig Jahren bei mir. Als ein Hochtöner kaputt war, hat ihn der Hersteller repariert, weil das Gehäuse verschraubt ist und man noch hineinkommt.

Sonos hat uns Kunden, und damit auch mir, in den letzten zwei Jahren einiges zugemutet. Im Mai 2024 erschien eine neue App mit so vielen Problemen, dass Sonos 20 bis 30 Millionen Dollar einplante, um sie zu beheben und Vertrauen zurückzugewinnen. Im Januar 2025 trat der Chef zurück. Für den Lautsprecher Roam 2 gibt es laut iFixit weder Anleitungen noch Ersatzteile. Bei Bose kam es noch härter. Am 6. Mai 2026 hat der Hersteller die Cloud für seine WLAN-Lautsprecher der Reihe SoundTouch abgeschaltet, die er seit 2013 verkauft hat, seitdem fehlen Musikdienste in der App, Alexa und Updates. Ein heise-Ratgeber rechnet vor, dass sich bei rund 1.200 Euro Gerätewert kein Prozess lohnt.

Sonos Era 100 in WeißFoto: Sonos

Bose SoundTouch 30 in WeißFoto: Bose

Wenn der Server ausgeht

Ähnlich traf es Käufer bei anderen Herstellern, als dort der Server ausging.

  • Gigaset Smart Home. Kameras, Tür- und Fenstersensoren und Rauchmelder fürs vernetzte Zuhause. Nach der Insolvenz stellte Gigaset am 29. März 2024 die Cloud ein. Kameras und Sensoren waren damit unbrauchbar. Für mich ist das der härteste Fall in dieser Liste, weil Kameras, Sensoren und Rauchmelder Geräte sind, auf die ich mich zu Hause ohne Wenn und Aber verlassen können muss.
  • Logitech Harmony. Universalfernbedienungen, die alle Geräte im Wohnzimmer mit einer Taste steuern. 2021 hatte Logitech versprochen, den Dienst weiterlaufen zu lassen. 2025 endete der Support für die ältesten Fernbedienungen, sie laufen nur noch mit der letzten Einstellung.
  • Google Nest Learning Thermostat. Ein Heizungsregler für die Wand, der lernt, wann es warm sein soll. Die ersten beiden Generationen verloren im Oktober 2025 App und Fernsteuerung, in der EU gab es Rabatt auf ein Gerät von Tado.
  • Vorwerk Neato. 2023 versprach Vorwerk fünf weitere Jahre Cloud für die Saugroboter, im Oktober 2025 schaltete es sie ab.
  • Belkin Wemo. Steckdosen und Schalter, die man per App oder Sprache ein- und ausschaltet. Seit 31. Januar 2026 laufen nur noch Steckdosen, die schon vorher in Apples HomeKit eingerichtet waren.
  • Weber June. Ein Backofen für die Arbeitsfläche mit eingebauter Kamera, der das Essen erkennen und das passende Programm wählen sollte. Er backt seit 22. September 2026 weiter, aber ohne App und ohne Kamerafunktion.

Das neue Recht auf Reparatur hilft hier wenig

Ich hatte gehofft, dass das neue Recht auf Reparatur solchen Fällen ein Ende macht, doch nach allem, was ich bei mehreren Fachkanzleien gelesen habe, deckt es Lautsprecher und Smart-Home-Geräte gar nicht ab. Die EU zwingt Hersteller seit dem 31. Juli 2026, bestimmte Geräte auf Wunsch zu reparieren, etwa Waschmaschinen, Staubsauger und Handys. Lautsprecher und Smart-Home-Geräte stehen laut mehreren Fachkanzleien nicht auf der Liste.

Diese Versprechen hielten keiner Prüfung stand

Bei diesen Geräten haben Behörden, Gerichte oder Prüfinstitute nachgesehen. Manche Ergebnisse haben mich trotz meines Misstrauens überrascht, am meisten der Test aus Ulm, bei dem ich mit einer Banane als Prüfobjekt nun wirklich nicht gerechnet hätte, wie ich gestehen muss.

Messversprechen ohne Messung

  • Blutzucker-Uhren vom Marktplatz. Das Institut für Diabetes-Technologie in Ulm hat zwei solche Uhren geprüft. Sie zeigten am Handgelenk und an einer Banane dieselben Kurven. Die FDA warnte im Februar 2024 vor allen Uhren und Ringen, die Blutzucker ohne Stich messen wollen, die Bundesnetzagentur meldete im Februar 2026 solche Angebote den Plattformen, die sie löschten.
  • Theranos. Ein Start-up aus dem Silicon Valley. Sein Gerät sollte aus ein paar Tropfen Blut Dutzende Laborwerte bestimmen. Ein Gericht verurteilte die Gründerin Elizabeth Holmes 2022 wegen Betrugs an Investoren zu elf Jahren und drei Monaten Haft.
  • Healbe GoBe. Ein Fitnessarmband. Es sollte die gegessenen Kalorien über die Haut messen. In einer Studie der University of California mit 25 Teilnehmern lag es im Mittel 105 Kalorien am Tag daneben, die einzelnen Tage streuten aber zwischen 1.400 Kalorien zu wenig und 1.189 zu viel.
  • Instant Blood Pressure. Eine App für 3,99 bis 4,99 Dollar wollte den Blutdruck per Handykamera so genau messen wie eine Manschette. Nach über 600.000 Dollar Umsatz einigte sich der Anbieter mit der US-Handelsbehörde FTC.
  • Quell. Ein Band für den Unterschenkel, das mit schwachen Stromimpulsen Schmerzen im ganzen Körper lindern sollte, beworben als „klinisch bewiesen“. Der Hersteller einigte sich 2020 ohne Schuldeingeständnis mit der FTC auf mindestens vier Millionen Dollar.
  • Healy. Ein kleines Gerät, das über elektrische Frequenzen auf den Körper wirken soll und über Vertriebspartner verkauft wird. Die Verbraucherzentralen warnten vor Heilsversprechen, etwa bei Multipler Sklerose, Depressionen, ADHS oder Hauterkrankungen. Die Healy-Firmen wollten die Warnung verbieten lassen, das Landgericht und das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden 2024 ganz überwiegend für die Verbraucherzentrale.

Geld eingesammelt, Gerät nie geliefert

  • Zano. Eine handtellergroße Drohne, die selbstständig fliegen und Selfies machen sollte. Sie sammelte auf Kickstarter 2,3 Millionen Pfund ein, ausgeliefert wurden rund 600 Stück.
  • Triton. Künstliche Kiemen sollten Tauchen ohne Flasche ermöglichen. Die Kampagne zahlte fast 900.000 Dollar zurück.

Das Marketing solcher Geräte erinnert mich an Nahrungsergänzungsmittel: viele Versprechen, wenig Belege. Dazu kommt oft ein Preis knapp unter der Schmerzgrenze, bei dem sich niemand ruiniert, wenn das Gerät nicht hält, was es verspricht.

Was am Ende übrig bleibt

Mein Befund ist, wie ich zugeben muss, altmodisch. Die Geräte, die sich bewähren, machen eine Sache, kommen von Leuten, die Hardware bauen können, und funktionieren auch dann, wenn ihr Hersteller das Interesse verliert. Die Zenbox schafft das für 49,99 Euro, meine Quadral-Boxen seit dreißig Jahren.

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