F.A.Z. bei Google bevorzugen: Den Knopf kann auch deine Firma haben

F.A.Z. bei Google bevorzugen: Den Knopf kann auch deine Firma haben

Bevorzugte Quellen bei Google: Wie die neue Funktion arbeitet, wer mitmachen darf und was sie für Firmen-Websites bringt.

Neulich in der F.A.Z.-App stand über dem Artikel ein grauer Kasten: „F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen“. Darunter ein Knopf, „F.A.Z. bei Google bevorzugen“. Ich wusste nicht, was der Knopf tut. Bisher hat Google allein entschieden, welche Zeitung ich weiter oben sehe, wenn ich nach den Nachrichten des Tages suche, und jetzt bittet mich die Zeitung, da selbst mitzureden. Seit dem 30. April 2026 geht das in allen Sprachen der Google-Suche, und es gilt nicht nur für Zeitungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was sind bevorzugte Quellen bei Google? Eine Einstellung im Google-Konto. Wer eine Website markiert, sieht ihre Artikel bei Nachrichten-Suchen häufiger.
  • Wer kann bevorzugte Quelle werden? Laut Google jede Website mit frischen Inhalten. Wählbar sind ganze Domains und Subdomains, kein Unterordner wie /blog.
  • Was verspricht Google? Leser klicken eine markierte Website laut Google doppelt so wahrscheinlich an. Unabhängig belegt ist das nicht.
  • Was zeigt der SZ-Test? Im großen Schlagzeilen-Kasten kamen rund 15 Prozent der Artikel aus den gewählten Quellen. Wie viele es ohne Stern wären, sagt die SZ nicht.
  • Wirkt es auch in KI-Antworten? Laut Google ja, in KI-Übersicht und KI-Modus. Dafür muss die Website in der Search Console, Googles Werkzeug für Website-Betreiber, für die KI-Funktionen freigegeben sein.

Ein Stern im Google-Konto, und die Zeitung kommt öfter

Wer bei Google nach einem aktuellen Thema sucht, sieht über den Treffern oft den Kasten „Schlagzeilen“. Rechts daneben sitzt ein kleines Symbol mit Stern, und über dieses Symbol suchst du dir die Websites aus, deren Artikel du öfter sehen willst. So beschreibt es Googles Hilfe. Die Wahl hängt am Google-Konto und gilt in jedem Browser, in dem du angemeldet bist. Der Knopf der F.A.Z. führt über einen Link, den Google allen Website-Betreibern anbietet, direkt zu dieser Einstellung, und seit August 2026 gibt es auch eine fertige Fassung des Knopfs aus zwei Zeilen Code.

Bis August 2026 haben Nutzer über 600.000 verschiedene Quellen ausgewählt, schreibt Google im eigenen Blog. Wie viele Menschen dahinterstehen, verrät Google nicht, im Oktober hieß es nur, die Zahl der Nutzer habe sich seit Jahresbeginn mehr als versiebenfacht, ohne zu sagen, von wie vielen aus.

Auch janda-roscher.de steht in Googles Liste

Google schreibt im Mai 2026 in einem Blogbeitrag, jede Website mit frischen Inhalten sei wählbar. Wir haben es ausprobiert und Googles Link mit unserer Adresse aufgerufen, angemeldet im Google-Konto. Am 27. Oktober 2026 erschien janda-roscher.de dort als wählbare Quelle, mit unserem Logo. Wer dort das Kästchen anhakt, hat uns in seiner Liste, so wie die F.A.Z. Wie stark das wirkt, ist eine andere Frage.

Googles Einstellungsseite Bevorzugte Quellen mit dem Suchbegriff janda-roscher.de und dem Treffer janda-roscher.de mit Kästchen zum Auswählen.Unser Test am 27.10.2026: janda-roscher.de lässt sich bei Google als bevorzugte Quelle wählen.

Google nimmt allerdings nur ganze Domains oder Subdomains, also beispiel.de oder news.beispiel.de. Ein Unterordner wie beispiel.de/blog lässt sich nicht einzeln wählen. Unser Blog hängt an janda-roscher.de mit dran, das passt für uns. Eine eigene Domain, etwa für den Ratgeber einer Kampagne, lässt sich zwar wählen. Erscheint dort nach dem Start aber nichts Neues mehr, dürfte sie Googles Bedingung der frischen Inhalte kaum erfüllen.

Die SZ hat gezählt: 15 Prozent im großen Kasten

Laut Google klicken Leser eine Website, nachdem sie sie markiert haben, doppelt so wahrscheinlich an. Wie Google das gemessen hat, steht nirgends. Die Süddeutsche hat für einen Artikel vom 10. Juli etwas anderes gezählt. Sie hat fünf Google-Konten mit je drei bevorzugten Medien angelegt und damit über einen längeren Zeitraum immer wieder nach Politikern, Parteien und aktuellen Ereignissen gesucht. Über alle Nachrichten-Bereiche kam rund ein Drittel der angezeigten Artikel aus den gewählten Quellen, vor allem wegen des Bereichs „Aus deinen Quellen“, der nur gewählte Quellen zeigt. Im großen Schlagzeilen-Kasten oben stammten rund 15 Prozent der Artikel aus den bevorzugten Quellen. Kleinere Medien abseits der großen Marken tauchten dort nie auf, auch wenn sie gewählt waren. Fünf Konten sind eine kleine Stichprobe, und wie viele dieser Artikel auch ohne Stern im Kasten gestanden hätten, sagt die SZ nicht. Nach Knöpfen wie dem der F.A.Z. hätte ich mehr erwartet als 15 Prozent.

Balkengrafik: Im SZ-Test kamen über alle Nachrichten-Bereiche rund 33 Prozent der Artikel aus den gewählten Quellen, im großen Schlagzeilen-Kasten allein rund 15 Prozent.Quelle: Süddeutsche Zeitung, Artikel vom 10.07.2026. Der Bereich Aus deinen Quellen zeigt nur gewählte Quellen.

Das Stern-Symbol zeigt Google nur im Kasten „Schlagzeilen“, also bei Suchen nach aktuellen Themen. Die Wahl wirkt aber auch in der KI-Übersicht und im KI-Modus, denn dort bedient sich Google laut seiner Hilfe ebenfalls vorrangig bei den gewählten Quellen. Seit dem 27. Mai 2026 kennzeichnet Google sie dort. Damit eine Website dort als bevorzugte Quelle erscheint, muss sie laut Googles Seiten für Website-Betreiber in der Search Console für die KI-Funktionen freigegeben sein. Der SEO-Berater Christian Kunz rät im Medieninsider, einen solchen Knopf so einzubauen, dass man ihn per Schalter einfach wieder abstellt, weil Google ähnliche Funktionen schon öfter eingestellt habe.

Was Firmen daraus machen sollten

In den Schlagzeilen dürfte eine Firmen-Website es schwer haben, wenn im SZ-Test selbst kleinere Medien dort nicht auftauchten. Ich vermute, dass die KI-Antworten für Firmen der wichtigere Ort sind, weil Google sie nicht nur bei aktuellen Themen zeigt. Eine Messung dazu habe ich nicht gefunden. Firmen, die regelmäßig Eigenes veröffentlichen (Fachartikel, Studien, Ergebnisse aus Projekten), erfüllen Googles Bedingung schon heute.

Für unsere Kunden in Ostbayern lohnen zuerst drei Prüfungen: ob die eigene Domain in Googles Liste auftaucht, ob Fachartikel und Ratgeber auf dieser Domain liegen und ob die Domain in der Search Console für die KI-Funktionen freigegeben ist. Danach geht es um die Stammleser, die man um den Stern bitten kann, im Newsletter, im Kundenportal oder unter dem Fachartikel. Das gehört bei uns zu SEO und GEO, also zur Sichtbarkeit in Suche und KI-Antworten.

Seit Anfang Oktober 2026 schickt Google Website-Betreibern eine E-Mail, wie oft ihre Seite gewählt wurde, berichtet Search Engine Roundtable, sodass eine Firma daran sieht, ob ihre Bitte um den Stern ankommt. Wie KI-Übersichten Firmen-Websites schon heute behandeln, habe ich hier aufgeschrieben. Den Knopf nutzen wir auch selbst. Seit heute steht er unter jedem unserer Beiträge, und wir können ihn jederzeit abschalten.

Titelbild: mit KI erzeugt. Die Szene stammt von Google Gemini, meine Figur hat ein OpenAI-Modell über Artlist nach einem echten Foto von mir eingesetzt. Gestaltet nach unserer Bildsprache. Offenlegung: Recherchiert und geschrieben habe ich diesen Beitrag mit Claude von Anthropic.

Mehr von uns in deiner Google-Suche: JANDA+ROSCHER bei Google bevorzugen

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